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Westfalenpost vom 30.07.2010

DER WESTEN

Zuchterfolg : Alpaka-Nachwuchs hoch „auf Huckes“

Brilon, 30.07.2010, Jürgen Hendrichs

Die Alpaka-Herde auf dem Huckeshol

Die Alpaka-Herde auf dem Huckeshol

 

Bontkirchen. Sie heißen Perlchen, Alma und Filou und sind die Jüngsten in der Herde. Gerade einmal zwei Monate alt ist der Alpaka-Nachwuchs auf dem Huckeshol hoch über Bontkirchen.

Die drei Crias, wie die Jungtiere heißen, gehören zur mittlerweile dritten Zuchtgeneration. Vor vier Jahren fing alles an: „Wer einmal in ihre Augen geblickt, ihre Bewegungen verfolgt, ihre Schönheit und Eleganz gesehen hat und dabei eine Gänsehaus bekam, ist ihnen hoffnungslos verfallen.“ So stellen Ralf Wagner und seine Gattin Elke Willecke-Wagner auf ihrer Homepage den Beginn ihre Leidenschaft für die kleinen Kamele aus den Anden vor.

Mrs. Rose Button war das erste Tier, es kam direkt aus Südamerika ins Sauerland. Auch heute noch beansprucht Madame die Führungsrolle auf der Weide.

Dritte Generation

Gut, dass die Hengste ein separates Gehege haben. „Die würden die Stuten nicht in Ruhe lassen“, schmunzelt Ralf Wagner. Dabei habe sie ihre Pflicht doch schon erfüllt. Neun Stuten hat Ralf Wagner von ihnen decken lassen.

Vor 14 Jahren verlor der ehemalige Personenschützer, der beruflich bei den Jagdaufenthalten des ehemaligen Arbeitgeber-Präsidenten Klaus Murmann hin und wieder im Sauerland zu tun hatte, sein Herz an das landwirtschaftliche Anwesen mit seinem Waldgasthof.

Die Alpakas auf Huckeshol gehören zur Gattung der Huacayas. Die unterscheiden sich von den Suri-Alpakas durch ihr gekräuseltes Haar. Das trägt in diesen Tagen nur noch der Nachwuchs. Die ausgewachsenen Tiere haben die Sommerschur hinter sich. Ein Strickclub aus Schwalefeld ist dankbarer Abnehmer der hochwertigen Wolle.

Über 20 Schattierungen gibt es. So niedlich die Paarhufer auch aussehen - vor allem mit den von Ralf Willecke verpassten Schuren, die hier und da an Pudelfrisuren erinnern: „Alpakas sind keine Kuscheltiere,“ sagt der 58-Jährige bestimmt, „das sind landwirtschaftliche Nutztiere“. Sie eignen sich hervorragend zur Weidepflege“,, erzählt der Züchter, der hin und wieder ein Tier verkauft.

Mit Erfolg einsetzen lassen sich die etwa um 3000 v. Ch. herum in Südamerika domestizierten Tiere zu Therapiezwecken bei Autismus, geistigen Behinderungen oder Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen zum Beispiel.

Die Alpakas sind auf Huckeshohl jedoch nicht die einzigen Vierbeiner. Auch eine Herde Galloway-Rinder weidet auf den hängigen Wiesen.

Idyllisches Ausflugsziel

Freitagnachmittags, samstags, sonntags und an Feiertagen öffnet das idyllische Fleckchen „auf Huckes“ seine Pforten für Gäste.

Wer sich über Menschen und Tiere „auf Huckes“ informieren möchte, kann ja mal auf www.huckes-alpakas.de niggeln, eine originelle, witzige Web-Site nicht nur rund um die Alpakas.

Da stößt der Surfer auch auf den Sissi-Club. Aber das ist eine andere Geschichte.

http://www.derwesten.de/staedte/brilon/Alpaka-Nachwuchs-hoch-auf-Huckes-id3326670.html

 

 

Sendung vom 28. Juli 2010

Gasthaus Waldesruh und seine Großfamilie

Alpaka-Nachwuchs in Bontkirchen

 

Eigentlich sind sie in Südamerika zu Hause, aber auch im Sauerland fühlen sie sich wohl. Im kleinen Dorf Bontkirchen bei Brilon gibt es eine Alpaka-Herde, mittlerweile eine der größten in Nordrhein-Westfalen.

www01.wdr.de/studio/siegen/index.html

 

 

Westfalenpost vom 04.05.2010

DER WESTEN

 

Tierisch gut : Aus den Anden ins Sauerland

Brilon, 04.05.2010, Tim Cordes                                                          http://www.derwesten.de/staedte/brilon/Aus-den-Anden-ins-Sauerland-id2942012.html

 

 

 

Bontkirchen. In unserer Serie "Tierisch gut" geht es heute um Vierbeiner, die im Sauerland eher untypisch sind: Alpakas.

Was Herrchen und Frauchen eines alten und eines jungen Hundes so alles erleben, können Sie im Blog auf www.derwesten.de/hund nachlesen.

Misses Rose Button steht gerne im Rampenlicht. Wenn alle Augen auf sie gerichtet sind, dann ist sie glücklich. Nebenbuhlerinnen duldet sie nicht. Eben eine echte Diva. Dennoch ist sie der Stolz ihrer „Mutter” Elke Willecke-Wagner.

Misses Rose Button ist ein Alpaka. Beheimatet ist sie nicht etwa in den chilenischen Bergen, sondern im tiefsten Sauerland.

Ziege wird zum Alpaka

Es ist ein bewölkter Tag im Huckeshol. Nur wenige Wanderer tummeln sich auf dem Sauerland-Wanderweg, der unmittelbar vor der urigen Gaststätte von Ralf Wagner und seiner Frau Elke herführt. Vor vier Jahren wurden die beiden infiziert. Mit dem Alpakafieber. „Früher waren es Ziegen, doch die waren uns zu langweilig”, sagt Elke Willecke-Wagner und lacht. Die zündende Idee kam von einer Nachbarin. „Sie hat ein Alpaka gesehen, und wollte unbedingt eins haben”, erinnert sich Ralf Wagner. Doch die Nachbarin ging leer aus, Wagner machte Nägel mit Köpfen. Aber wie bekommt man ein Alpaka ins Sauerland? „Es ist leichter als man denkt”, versichert der 58-Jährige. Alpakas werden in Deutschland als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt. Das erleichtert den Import. Einziges Hindernis war damals die Blauzungenkrankheit, die Impfungen vorab notwendig machte. Eine Züchterin begutachtete die Tiere in Chile, um sicherzustellen, dass sie gesund und den Reisestrapazen gewachsen sind.

  Alpakas auf dem Huckeshol. Foto: Cordes Foto: WP

 

Im August 2006 war es dann soweit: Die ersten drei Tiere fanden den Weg nach Bontkirchen. Inzwischen sind es 15. Ralf Wagner will gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Zucht auf die Beine stellen.

Eigene Zuchthengste kommen in den nächsten Wochen ins Gehege. Streng abgeschrirmt von den weiblichen Tieren. „Ansonsten geht es rund. Die wollen alle nur das eine....”, sagt Wagner recht unverblümt. Ist eine Stute tragend, braucht sie vor allem eins: Geduld. Zwischen elf und elfeinhalb Monate trägt eine Alpakastute. Oft sieht man es äußerlich nicht. „Das Babywachstum setzt erst in den letzten vier Monaten ein”, erklärt Elke Willecke-Wagner. Nur das Verhalten der feinen Damen lässt auf eine Schwangerschaft schließen. Denn ähnlich wie Menschen, sind die Tiere in dieser Zeit launisch, bisweilen zickig. „Tragende Damen werden zu Furien”, weiß die Besitzerin.

Alpakas haben die Eigenschaft, auch kurz vor der Geburtssituation noch sehr viel Kontrolle über den Vorgang zu haben. „Sie gebähren immer tagsüber”, verrät Ralf Wagner. Da die Zungen der Alpakas zu kurz sind, um ihren Nachwuchs nach der Geburt zu trocknen, muss die Sonne diese Aufgabe übernehmen.

Keine Wetterprobleme

Probleme mit dem Klima haben die Tiere übrigens nicht. „In den Anden ist es im Jahresdurchschnitt drei Grad kalt. Da kommen sie mit dem Sauerländer Winter sehr gut klar”, sagt Ralf Wagner. In ihrer Heimat sind Alpakas beliebte Nutztiere. Einerseits als Helfer in der Landwirtschaft, andererseits dank ihrer Wolle. Auch im Sauerland müssen die Tiere regelmäßig geschoren werden. Ralf Wagner musste extra einen Scherkurs besuchen, um die richtige Technik zu erlernen. Einen „Frisiertisch” baute er sich selbst.

Keine Kuscheltiere

Viele Wanderer flanieren gerade in den Sommermonaten am Gelände entlang, auf dem die Tiere stehen. Da liegt die Frage nahe, inwieweit sich Alpakas als Kuscheltiere eignen. „Gar nicht!”, sagt Elke Willecke-Wagner wie aus der Pistole geschossen. Auch wenn die Tiere niedlich anzusehen und friedlich sind: Ständigen Kontakt, anfassen und begrabbeln mögen sie nicht. Füttern ist ebenfalls verboten, denn Alpakas sind recht wählerisch, was ihre Vorlieben angeht. „Gras und Heu sowie bestimmte Mineralstoffe” sollten es sein. Obst und Gemüse vertragen die Tiere allerdings nur in Maßen. Ein Futterhersteller hat sich inzwischen schon auf Alpakas spezialisiert, ein Zuchtverband ist gegründet und garantiert die artgerechte Haltung.

Welche Attribute ein Alpaka besitzt? „Neugierig und wachsam”, sagt Elke Willecke-Wagner. Für sie war die Anschaffung der kleinen Wüstenschiffe die Erfüllung eines Traums. Zum Schluss muss nur noch eine Frage geklärt werden: Spucken Alpakas? „Oh ja”, sagt Ralf Wagner, „da sie Wiederkäuer sind, spucken sie nicht nur Speichel, sondern auch Mageninhalt. Dass ist nicht angenehm. Aber sie spucken nur, wenn sie Gefahr wittern”.

 

 

 

 

 

Herrliches Hessen

Unterwegs rund um den Diemelsee

http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=16472&key=standard_document_24433868

 

Freitag, 4. August 2006, 20:15 Uhr

Blick auf den Diemelsee (Bild: HR/Tourist-Information Diemelsee)

 

In der neuesten Ausgabe von "Herrliches Hessen" ist Moderator Reinhard Schall in einer Region unterwegs, die für Sommer, Sonne und Ferien wie geschaffen ist - der Diemelsee.

Adresse

 

Tourist-Information Diemelsee

Kirchstraße 6
34519 Diemelsee-Heringhausen
Tel: 05633 - 91133
Fax: 05633 91134
info@diemelsee.de
www.diemelsee.de

 

Der Tag beginnt auf einem Segelboot des Sport- und Segelclubs Diemelsee, doch richtig gesegelt wird erst am späten Nachmittag, denn gleich nach dem Aufwachen muss Reinhard Schall auf den Bauernhof der Familie Bornemann in Adorf. Dort bereiten sich schon Stefanie und Anke - zwei Töchter von Bauer Bornemann - auf ihren großen Auftritt vor: auf dem Kram- und Viehmarkt in Adorf werden sie nämlich zwei Kälber vorführen. Bewertet werden aber nicht nur die Kälber; auch die Kinder, die die Kälber präsentieren, werden von den Juroren geprüft.

   Strandbad Diemelsee (Bild: HR/Tourist-Information Diemelsee)

Nach dem Besuch des Viehmarktes geht der Tag von Reinhard Schall zunächst gemütlich weiter - auf dem Programm steht eine Rundfahrt mit der "St. Muffert" über den Diemelsee.
Dann heißt es Schuhe schnüren und loswandern - auf dem neuen Diemelsteig zum Aussichtspunkt "St. Muffert". Begleitet wird Reinhard Schall dabei von Friedhelm Meyer, der maßgeblich an der Konzeptionierung des neuen Rundweges beteiligt war.
Zum Kaffee geht es dann nach Padberg - genauer gesagt zur Gräfin Droste zu Vischering, deren Schwiegervater mit zu den Gründungsvätern des Naturparks Diemelsee zählt.
Am späten Nachmittag geht es wieder zurück nach Heringhausen an den Diemelsee und Reinhard Schall schlüpft in die Rolle eines Matrosen - Mitglieder des Segel- und Sportclubs bringen ihm das Segeln bei.
Vorbei am Aussichtsturm "Dommel" und durch das Dommelbachtal geht es zum dann in der Abendstimmung weiter zum letzten Punkt der Tagestour - das Gasthaus "Waldesruh" in Bontkirchen-Huckeshohl. Hier hat sich Familie Willecke-Wagner in malerischer Umgebung ein kleines Paradies geschaffen und für Reinhard Schall endet dort der Tag rund um den Diemelsee.

Diemelsteig:
der neue Rundwanderweg rund um den Diemelsee hat eine Länge von 54 km und kann in drei Tagesetappen bequem gelaufen werden, Infos bei der Tourist-Information Diemelsee - siehe oben

Fahrgastschiff Muffert:
Das Ausflugsschiff verkehrt in den Sommermonaten täglich ab 10:30 auf dem Diemelsee. Es gibt zwei Haltepunkte - einer in Diemelsee-Heringshausen - hier ist die Abfahrt immer zur halben Stunden. Der zweite Haltepunkt liegt beim Großparkplatz an der Sperrmauer - Abfahrt hier zur vollen Stunden - bis 17 Uhr.
Fahrpreise: halbe Strecke 1,50 €, Rundfahrt 3 E, Kinder die Hälfte.

Mit der "Muffert" kann man den Diemelsee bequem umrunden. Man fährt eine Teil mit de Schiff, den Rest der Strecke legt man zu Fuß zurück - einfach den Schildern "Fährschiffwandern" folgen.
Infotelefon: 02991 - 6441

Waldgaststätte "Waldesruh" in Bontkirchen Huckeshol
Öffnungszeiten: Freitag ab 16 Uhr, Samstag & Sonntag ab 10 Uhr.
Anfahrt: in Bontkirchen - der Beschilderung "Waldesruh" folgen
Infotelefon: 02963 1828
gasthof(at)huckeshol.de
www.huckeshol.de

(andi)

 

Freitag, 11. August 2006

 

Westfälische Rundschau · Nr. 282 · RWS1                       Westfalen-Rundschau                    Dienstag, 5. Dezember 2006

 Auf einer Wiese über Brilon-Bontkirchen weiden sechs Alpakas aus Südamerika

Exoten in der „Pampa” des Sauerlands 

Von Michael Schmitz und Bodo Goeke (Fotos)

Brilon. Die erste Frage beantwortet Elke Willecke-Wagner, bevor ihre Gästesie gestellt haben: „Ja, sie spucken!”. Sie - das sind sechs Alpakas, die vor ihrem Gasthof Waldesruh in Bontkirchen weiden.

Die ältere Dame unten im Dorf ist sehr nett und weist den Ortsunkundigen, die nach dem Gasthof Waldesruh fragen, bereitwillig den Weg. An der Kirche vorbei und rechts halten und dann immer der Straße in den Wald hinein folgen. „Aber aufpassen”, meint sie, „die Straße ist sehr schmal und das liegt mitten in der Pampa.” Womit die Exoten von Elke Willecke-Wagner fast an der richtigen Stelle ständen. Die so genannten Neuweltkameliden, zu denen die Alpakas und Lamas gehören, stammen aus dem südamerikanischen Hochland und wer sie im Hochsauerland sehen will, muss von Bontkirchen ein gutes Stück weit in die Einöde fahren oder laufen, um zum Gasthof Waldesruh zu gelangen.

Da guckst Du! Alpakas haben ihren ganz eigenen Charme, meint Ralf Wagner. 

 

Ihre Wolle zählt zu den wertvollsten Naturfasern

 Mit dem Futtereimer und Rufen lockt Elke Willecke- Wagner die genügsamen Gäste an den Zaun. „Alles Mädels”, sagt sie. Wie es sich für Neulinge in ungewohnter Umgebung gehört, spitzen die Stuten erst einmal die puscheligen Ohren und wiegen misstrauisch ihre langen, biegsamen Hälse: fremde Leute am Gatter! Doch der Fresstrieb ist stärker als alle Vorsicht: Zögerlich, dann aber immer schneller verfallen sie in ihren charakteristischen hoppelnden Laufstil. Weil Alpakas Passgänger sind, sieht das sehr lustig aus (der Mensch müsste entsprechend linkes Bein und linken Arm bzw. rechtes Bein und rechten Arm beim Gehen gleichzeitig nach vorne schwingen – versuchen Sie das mal!).

Alpakas sind genügsam: Elke Willecke-Wagner mit ihren Schützlingen, die auf einem Kletterfelsen Ausschau halten.

„Alpakas sind auf dem Vormarsch”, sagt Hartwig Kraft von Wedel, der im sächsischen Remsa als erster Alpakazüchter im Haupterwerb eine Zucht mit derzeit 150 Tieren versorgt. „Die Tiere sind hübsch und intelligent und besitzen einen Charme, dem viele verfallen.” Doch deshalb hat sich Kraft nicht auf Alpakazucht verlegt. Für ihn sind sie auch eine lohnende wirtschaftliche Investition: „Alpakas sind die Aristokraten unter den Nutztieren”, meint er. Ihre Wolle zählt zu den wertvollsten Naturfasern, sie sind extrem dünn. Für ein Kilo Vlies von Vicunjas, der Wildform der Alpakas, werden 500 US-Dollar gezahlt. „Das ist viel Holz für ein Kilo Rohwolle”, sagt Hartwig Kraft. Der Krefelder hat sich im sächsischen Remsa allerdings auf Zucht verlegt. Ein gewöhnliches Tier ist nicht unter 3000 Euro zu haben, meint er. Gute Zuchtstuten werden ab 5000 Euro verkauft, und für „Glamourgirl”, eine trächtige Suri-Stute aus der Kraft’schen Zucht, werden auch 14 000 Euro aufgerufen.

  Von solchen Dimensionen ahnen Luana, Syna, Rose, Grace, Liddi und das süße, verfresssene kleine Alpaka- Baby Noel in Bontkirchen nichts. Auch ihre Besitzer wollen von Anfangsinvestition, Return on Investment und Zuchtqualitäten von Hengsten und Stuten erst einmal nichts wissen. Elke Willecke-Willecke-Wagner und ihr Mann Ralf Wagner halten die Exoten aus reiner Liebhaberei und wenn es den ein oder anderen Gast hoch zu ihrer Wirtschaft in der „Pampa” über Bontkirchen triebe, auch gut. Einige Neugierige aus dem Ort („Die sagen, wir haben sie nicht alle”) waren schon da. Neben der Frage, die Elke Willecke-Wagner sofort beantwortet („Sie spucken nur in seltensten Fällen gegen Menschen”), kam noch eine andere auf: „KannmandieAlpakas auch essen?”  Noel, Grace und ihre Kolleginnen wären vermutlich nicht begeistert. Die Wirtsleute auch nicht. Man könne Alpakafleisch zwar essen, „aber das haben wir nicht vor”, sagt Elke Willecke-Wagner. Was bei den Kilopreisen auch nur zu verständlich ist.

INFO

Mehr als 20 Farben

_Alpakas zählen wie Lamas zu den Neu-Weltkameliden, den höckerlosen Kamelen Südamerikas. Altweltkameliden sind Trampeltier und Dromedar.

 _Es gibt zwei Arten: das Huacaya- und das langhaarige Suri-Alpaka. Die Schwielensohler sind kleiner als Lamas, werden ca. 55 bis 65 Kilo schwer und bis zu 20 Jahre alt. 

_Sein dichtes Fell mit feinen Fasern macht das Alpaka als landwirtschaftliches Nutztier interessant. Es produziert 2 bis 5 Kilo Vlies pro Jahr. Das Edelhaar wird in Schals, Pullover, Decken und Stoffen verarbeitet. Eine zentrale Sammelstelle gibt es in Kaufbeuren.

_Es gibt mehr als 20 echte Farben und über 200 Farbschattierungen, darunter blaugrau, rosagrau, lavendel- und apricotfarben. 

_Alpakas, an das raue Klima der Hochanden gewöhnt, gelten als sehr robust und genügsam und können ganzjährig draußen gehalten werden. Sie vertragen allerdings allzu große Hitze und Schwüle nicht. „Deshalb muss einmal im Jahr die Wolle runter”, sagt Elke Willecke-Wagner.

 

Sendung vom 18. Juli 2008

Gasthaus Waldesruh und seine Großfamilie

 

Alpaca nach der Schur

Waldesruh liegt am Diemelsee oberhalb von Bontkirchen (gehört zu Brilon) und ist nicht so ganz leicht zu finden: Von der Landstraße nach Bontkirchen über eine kleine Brücke abbiegen, dann linkerhand die Kirche suchen und selbige auch linksseitig passieren. Das ist deshalb wichtig, weil ab da erst die nächste Ausschilderung erfolgt. Den Ort auf der kleinen Teerstraße in die Berge und durch den Wald verlassen - der Rest ist einfach (Eine detailliertere Beschreibung mit Karte gibt es auch auf der Internetseite von Waldesruh).Schon der Weg macht Spaß und die Landschaft rund um Waldesruh ist großartig. Die Rinder stehen am Wegesrand, die Araberpferde auch und die Alpaca-Weide liegt direkt gegenüber vom Gasthaus. Bei schönem Wetter lässt es sich gut draußen sitzen, aber: es weht auch immer ein guter Wind auf den Höhen - also lieber was Warmes zum überziehen mitbringen.