Home Gastronomie Galloway Alpaka Anreise Kunstgalerie Gästebuch Aktuelles Sissiclub Presse Nachbarorte Links Impressum


| Freitag, 4. August 2006, 20:15 Uhr
Blick auf den Diemelsee (Bild: HR/Tourist-Information Diemelsee) |
In der neuesten Ausgabe von "Herrliches Hessen" ist
Moderator Reinhard Schall in einer Region unterwegs, die für Sommer, Sonne
und Ferien wie geschaffen ist - der Diemelsee.
Adresse Tourist-Information DiemelseeKirchstraße 6
|
Der Tag beginnt auf einem Segelboot des Sport- und Segelclubs Diemelsee, doch richtig gesegelt wird erst am späten Nachmittag, denn gleich nach dem Aufwachen muss Reinhard Schall auf den Bauernhof der Familie Bornemann in Adorf. Dort bereiten sich schon Stefanie und Anke - zwei Töchter von Bauer Bornemann - auf ihren großen Auftritt vor: auf dem Kram- und Viehmarkt in Adorf werden sie nämlich zwei Kälber vorführen. Bewertet werden aber nicht nur die Kälber; auch die Kinder, die die Kälber präsentieren, werden von den Juroren geprüft.
Strandbad Diemelsee (Bild: HR/Tourist-Information Diemelsee)
Nach dem Besuch des Viehmarktes geht der Tag von Reinhard Schall zunächst
gemütlich weiter - auf dem Programm steht eine Rundfahrt mit der "St.
Muffert" über den Diemelsee.
Dann heißt es Schuhe schnüren und loswandern - auf dem neuen Diemelsteig
zum Aussichtspunkt "St. Muffert". Begleitet wird Reinhard Schall dabei von
Friedhelm Meyer, der maßgeblich an der Konzeptionierung des neuen
Rundweges beteiligt war.
Zum Kaffee geht es dann nach Padberg - genauer gesagt zur Gräfin Droste zu
Vischering, deren Schwiegervater mit zu den Gründungsvätern des Naturparks
Diemelsee zählt.
Am späten Nachmittag geht es wieder zurück nach Heringhausen an den
Diemelsee und Reinhard Schall schlüpft in die Rolle eines Matrosen -
Mitglieder des Segel- und Sportclubs bringen ihm das Segeln bei.
Vorbei am Aussichtsturm "Dommel" und durch das Dommelbachtal geht es zum
dann in der Abendstimmung weiter zum letzten Punkt der Tagestour - das
Gasthaus "Waldesruh" in Bontkirchen-Huckeshohl. Hier hat sich Familie
Willecke-Wagner in malerischer Umgebung ein kleines Paradies geschaffen
und für Reinhard Schall endet dort der Tag rund um den Diemelsee.
Diemelsteig:
der neue Rundwanderweg rund um den Diemelsee hat eine Länge von 54 km und
kann in drei Tagesetappen bequem gelaufen werden, Infos bei der
Tourist-Information Diemelsee - siehe oben
Fahrgastschiff Muffert:
Das Ausflugsschiff verkehrt in den Sommermonaten täglich ab 10:30 auf dem
Diemelsee. Es gibt zwei Haltepunkte - einer in Diemelsee-Heringshausen -
hier ist die Abfahrt immer zur halben Stunden. Der zweite Haltepunkt liegt
beim Großparkplatz an der Sperrmauer - Abfahrt hier zur vollen Stunden -
bis 17 Uhr.
Fahrpreise: halbe Strecke 1,50 €, Rundfahrt 3 E, Kinder die Hälfte.
Mit der "Muffert" kann man den Diemelsee bequem umrunden. Man fährt eine
Teil mit de Schiff, den Rest der Strecke legt man zu Fuß zurück - einfach
den Schildern "Fährschiffwandern" folgen.
Infotelefon: 02991 - 6441
Waldgaststätte "Waldesruh" in Bontkirchen Huckeshol
Öffnungszeiten: Freitag ab 16 Uhr, Samstag & Sonntag ab 10 Uhr.
Anfahrt: in Bontkirchen - der Beschilderung "Waldesruh" folgen
Infotelefon: 02963 1828
gasthof(at)huckeshol.de
www.huckeshol.de
(andi)
Freitag, 11. August 2006

| Westfälische Rundschau · Nr. 282 · RWS1_ Westfalen-Rundschau Dienstag, 5. Dezember 2006 |
|
Auf einer Wiese über Brilon-Bontkirchen weiden sechs Alpakas aus Südamerika Exoten in der „Pampa” des Sauerlands |
|
Von Michael Schmitz und Bodo Goeke (Fotos) Brilon. Die erste Frage beantwortet Elke Willecke-Wagner, bevor ihre Gästesie gestellt haben: „Ja, sie spucken!”. Sie - das sind sechs Alpakas, die vor ihrem Gasthof Waldesruh in Bontkirchen weiden. Die ältere Dame unten im Dorf ist sehr nett und weist den Ortsunkundigen, die nach dem Gasthof Waldesruh fragen, bereitwillig den Weg. An der Kirche vorbei und rechts halten und dann immer der Straße in den Wald hinein folgen. „Aber aufpassen”, meint sie, „die Straße ist sehr schmal und das liegt mitten in der Pampa.” Womit die Exoten von Elke Willecke-Wagner fast an der richtigen Stelle ständen. Die so genannten Neuweltkameliden, zu denen die Alpakas und Lamas gehören, stammen aus dem südamerikanischen Hochland und wer sie im Hochsauerland sehen will, muss von Bontkirchen ein gutes Stück weit in die Einöde fahren oder laufen, um zum Gasthof Waldesruh zu gelangen.
Da guckst Du! Alpakas haben ihren ganz eigenen Charme, meint Ralf Wagner.
|
Ihre Wolle zählt zu den wertvollsten Naturfasern Mit dem Futtereimer und Rufen lockt Elke Willecke- Wagner die genügsamen Gäste an den Zaun. „Alles Mädels”, sagt sie. Wie es sich für Neulinge in ungewohnter Umgebung gehört, spitzen die Stuten erst einmal die puscheligen Ohren und wiegen misstrauisch ihre langen, biegsamen Hälse: fremde Leute am Gatter! Doch der Fresstrieb ist stärker als alle Vorsicht: Zögerlich, dann aber immer schneller verfallen sie in ihren charakteristischen hoppelnden Laufstil. Weil Alpakas Passgänger sind, sieht das sehr lustig aus (der Mensch müsste entsprechend linkes Bein und linken Arm bzw. rechtes Bein und rechten Arm beim Gehen gleichzeitig nach vorne schwingen – versuchen Sie das mal!).
Alpakas sind genügsam: Elke Willecke-Wagner mit ihren Schützlingen, die auf einem Kletterfelsen Ausschau halten. „Alpakas sind auf dem Vormarsch”, sagt Hartwig Kraft von Wedel, der im sächsischen Remsa als erster Alpakazüchter im Haupterwerb eine Zucht mit derzeit 150 Tieren versorgt. „Die Tiere sind hübsch und intelligent und besitzen einen Charme, dem viele verfallen.” Doch deshalb hat sich Kraft nicht auf Alpakazucht verlegt. Für ihn sind sie auch eine lohnende wirtschaftliche Investition: „Alpakas sind die Aristokraten unter den Nutztieren”, meint er. Ihre Wolle zählt zu den wertvollsten Naturfasern, sie sind extrem dünn. Für ein Kilo Vlies von Vicunjas, der Wildform der Alpakas, werden 500 US-Dollar gezahlt. „Das ist viel Holz für ein Kilo Rohwolle”, sagt Hartwig Kraft. Der Krefelder hat sich im sächsischen Remsa allerdings auf Zucht verlegt. Ein gewöhnliches Tier ist nicht unter 3000 Euro zu haben, meint er. Gute Zuchtstuten werden ab 5000 Euro verkauft, und für „Glamourgirl”, eine trächtige Suri-Stute aus der Kraft’schen Zucht, werden auch 14 000 Euro aufgerufen. |
Von solchen
Dimensionen ahnen Luana, Syna, Rose, Grace, Liddi und das süße, verfresssene
kleine Alpaka- Baby Noel in Bontkirchen nichts. Auch ihre Besitzer wollen
von Anfangsinvestition, Return on Investment und Zuchtqualitäten von
Hengsten und Stuten erst einmal nichts wissen. Elke Willecke-Willecke-Wagner
und ihr Mann Ralf Wagner halten die Exoten aus reiner Liebhaberei und wenn
es den ein oder anderen Gast hoch zu ihrer Wirtschaft in der „Pampa” über
Bontkirchen triebe, auch gut. Einige Neugierige aus dem Ort („Die sagen, wir
haben sie nicht alle”) waren schon da. Neben der Frage, die Elke
Willecke-Wagner sofort beantwortet („Sie spucken nur in seltensten Fällen
gegen Menschen”), kam noch eine andere auf: „KannmandieAlpakas auch essen?”
Noel, Grace und ihre Kolleginnen wären vermutlich nicht begeistert. Die
Wirtsleute auch nicht. Man könne Alpakafleisch zwar essen, „aber das haben
wir nicht vor”, sagt Elke Willecke-Wagner. Was bei den Kilopreisen auch nur
zu verständlich ist. INFO Mehr als 20 Farben _Alpakas zählen wie Lamas zu den Neu-Weltkameliden, den höckerlosen Kamelen Südamerikas. Altweltkameliden sind Trampeltier und Dromedar. _Es gibt zwei Arten: das Huacaya- und das langhaarige Suri-Alpaka. Die Schwielensohler sind kleiner als Lamas, werden ca. 55 bis 65 Kilo schwer und bis zu 20 Jahre alt. _Sein dichtes Fell mit feinen Fasern macht das Alpaka als landwirtschaftliches Nutztier interessant. Es produziert 2 bis 5 Kilo Vlies pro Jahr. Das Edelhaar wird in Schals, Pullover, Decken und Stoffen verarbeitet. Eine zentrale Sammelstelle gibt es in Kaufbeuren. _Es gibt mehr als 20 echte Farben und über 200 Farbschattierungen, darunter blaugrau, rosagrau, lavendel- und apricotfarben. _Alpakas, an das raue Klima der Hochanden gewöhnt, gelten als sehr robust und genügsam und können ganzjährig draußen gehalten werden. Sie vertragen allerdings allzu große Hitze und Schwüle nicht. „Deshalb muss einmal im Jahr die Wolle runter”, sagt Elke Willecke-Wagner. |